zusammen:spielen


Die Künstlerischen Kollektive des Theater o.N. in Oberschöneweide und im Wedding

Lange bevor wir dieses Projekt starteten, haben wir Theaterkunst mit Kindern und Jugendlichen in Bezirken an den Rändern der Stadt Berlin gemacht. Die jungen Menschen, mit denen wir dort arbeiteten, probierten das allererste Mal Theater aus. Oft haben wir sie dazu überredet. Wenn man etwas das erste Mal macht, braucht man Mut und jemanden, der an einen glaubt und manchmal auch gut zuspricht. Dazu braucht man auch Zeit, Neugier, Möglichkeiten, Inspiration, einen Raum, Geduld und Mitspieler*innen, denen man vertrauen kann und von denen man ernst genommen wird. Deshalb haben wir zusammen:spielen, die Künstlerischen Kollektive, entwickelt. In diesem Projekt erproben wir Theater in kleinen Gruppen mit viel Zeit. Gemeinsam mit einer Künstler*in und einer Pädaog*in entwickeln und zeigen junge Spieler*innen eine 15minütige Performance in dem Kiez, in dem sie zu Hause sind und an zwei Berliner Theaterhäusern.

Die Suche nach unseren jungen Mitspieler*innen in der Pilotphase 2020-2022 startet an zwei Schulen. Zum einen an der Albatros-Schule-Berlin in Oberschöneweide, einem Sonderpädagogischen Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" . Zum anderen an der Willy Brandt Schule im Wedding, einer Integrierten Sekundarschule.

An jeder Schule entstehen zwei Kollektive zu jeweils unterschiedlichen Themen. Unterstützt von einer pädagogischen Begleitung arbeiten eine Clownin, ein Tänzer, eine visuelle Künstlerin und ein Duo bestehend aus einer Schauspielerin und einer Kostümbildnerin gemeinsam mit ihren Schüler*innen an einer Performance. In den ersten Monaten können sich alle in der Kollektivgruppe besser kennenlernen und ausprobieren, welche Arbeit am Theater ihnen Spaß macht und welche Themen sie gerade beschäftigen. Später entwickelt der/die Künstler*in aus den Probenerfahrungen der ersten Monate eine Idee für eine Performance und stellt sie den anderen vor. Allen muss die Idee Spaß machen, denn am Ende der Theaterspielzeit führen die jungen Spieler*innen und die Künstler*in gemeinsam vor Publikum ihr Werk auf. In dieser letzten Phase, in der die Performanceidee diskutiert, verändert und erprobt wird, verlassen wir die Schule und mieten uns in Probe- und Tanzräumen in der Nähe ein.

Die mobilen Performances werden für Menschen an Orten gezeigt, an denen normalerweise keine Theaterkunst stattfindet. Sie werden anderen Kindern und Jugendlichen in den beteiligten und weiteren Schulen sowie Bürger*innen des Stadtteils präsentiert. Weiterhin sind Aufführungen an zwei Berliner Theatern geplant.

Gefördert wird das Projekt durch die Aktion Mensch und die Stiftung Berliner Sparkasse.

Medien

Film über das erste Jahr der Künstlerischen Kollektive von Insa Langhorst.

Interview radioeins Sommergarten am 25.09.2020 mit Iduna Hegen und Cindy Ehrlichmann
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Radiobeitrag von Thomas Kluge im Länderreport/DLF Kultur am 20.11.2020 zwischen 13:05 und 14:00 Uhr
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