(un)erhört: Stimmen in der DDR - eine künstlerisch forschende Erinnerungsreise mit Schüler*innen und Zeitzeug*innen im Prenzlauer Berg
In dem diesem Projekt erforschen wir im DDR-Kontext relevante Orte östlich der Prenzlauer Allee mit dem Ziel der Sichtbarmachung und Würdigung (un)erhörter Stimmen. Dabei nähern wir uns folgenden Orten an: dem Haus 3 auf dem Fröbelgelände, dessen Keller u.a. vom Ministerium für Staatssicherheit als Gefängnis genutzt wurde, dem EWA-Frauenzentrum, das aus der Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes am 03.12.1989 hervorging, den ehemaligen Gasometern im Ernst-Thälmann-Park sowie dem Ernst-Thälmann-Denkmal. Für das Vorhaben arbeiten wir mit der Grundschule am Planetarium und der Gustave – Eiffel – Schule zusammen.
Pro Spielzeit bzw. Schuljahr bilden wir an je einer Schule eine Forschungsgruppe – ein künstlerisches Kollektiv mit ca. 15 Schüler*innen. Über zwei Jahre hinweg entstehen insgesamt 4 Kollektive. Jedes Kollektiv wird einen von vier ausgewählten, für die DDR-Geschichte bedeutsamen Ort erkunden und Zeitzeug*innen kennenlernen, deren Biografien und Schicksale unlösbar mit dem jeweiligen Ort verbunden sind und von diesem geprägt wurden.
Mithilfe von Methoden der künstlerisch forschenden Theaterarbeit tauchen die Kollektive tief in die Vergangenheit ein. Sie interviewen, besuchen Archive, stellen Szenen nach, erproben Protestmittel der 80er Jahre und vieles mehr.
In einer zweiten Projektphase entsteht aus diesen Forschungsergebnisse unter Anleitung der beteiligten Künstler*innen und Theaterpädagog*innen ein künstlerisches Produkt. Wir könnten die Geschichte(n) im wörtlichen Sinne verkörpern, indem wir beispielsweise auf der Bühne Pate stehen für eine*n der Zeitzeug*innen oder der Lebensgeschichten. Wir könnten ein Stück schreiben, einen Podcast produzieren, eine interaktive Ausstellung kreieren. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Kurz vor den Sommerferien werden wir die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.